Endlich zu dritt – 3 Tipps für ein entspanntes Wochenbett

3 Tipps für ein entspanntes Wochenbett

Das Abenteuer „Familie“ beginnt: Kennenlernzeit & Wochenbett

Das Wochenbett umfasst den Zeitraum zwischen 6 und 8 Wochen nach der Entbindung. Ganz schön lange. Aber du musst natürlich nicht rund um die Uhr im Bett liegen, was ohne Unterstützung sowieso schwierig umzusetzen ist. Trotzdem solltest du dir nicht zu viel zumuten in den ersten Tagen und Wochen. Geburtsverletzungen, Kaiserschnitte usw. brauchen viel Zeit und heilen wesentlich schneller und besser, wenn sie keinen großen Anstrengungen wie z.B. ständigem Aufstehen, Laufen usw. ausgesetzt sind. Ein Kaiserschnitt ist eine große Bauchoperation, das vergessen viele. Auch ich war etwas überrascht wie eingeschränkt man dadurch doch sein kann.

Ganz wichtig im Wochenbett: Ruhe, Entspannung & Erholung

Stress und Hektik sind im Wochenbett das letzte, was du gebrauchen kannst. Auch wenn du rein vom Kopf her die Strapazen der Geburt vielleicht schon vergessen hast: dein Körper braucht jetzt viel Ruhe, um sich von den ganzen Veränderungen, die in den letzten Tagen und Monaten passiert sind, zu erholen.

Wenn du die 3 folgenden Punkte beachtest, steht einer entspannten Kennenlernzeit nichts mehr im Wege:

  1. Großeinkauf gegen Ende der Schwangerschaft

    Ich war noch relativ fit, sodass ich den Einkauf alleine bestreiten konnte. Nur beim Tüten ins Haus schleppen musste mein Mann mit anpacken. Von Toilettenpapier über XXL Binden fürs Wochenbett bis hin zu Ravioli und Pizza war wirklich alles dabei. Ich wollte einfach sicher gehen, dass ich (oder eher mein Mann) nicht gleich nach der Geburt losrennen muss, weil irgendetwas ausgeht oder fehlt, was man mehr oder weniger dringend gebraucht hätte. Der Kassenbon war gefühlt einen halben Meter lang und ich völlig platt, aber die Vorratskammer war gut gefüllt mit allen möglichen Dingen. Und es hat tatsächlich funktioniert. Bis auf die frischen Lebensmittel wie Obst, Brot etc. hatten wir alles vorrätig und der nächste größere Supermarktbesuch konnte längere Zeit auf sich warten lassen.

    Ich hab vor dem Großeinkauf über mehrere Tage eine Liste erstellt, mit Dingen, die mir gerade eingefallen sind und diese dann bis zum Einkauf ständig ergänzt Die Küche blieb in den ersten Tagen nach der Geburt öfters kalt oder es gab etwas, das schnell ging und auch vom Herrn des Hauses zubereitet werden konnte. An manchen Tagen haben wir uns auch mal etwas bestellt. Am allerliebsten aber war es mir, wenn wir bekocht wurden von der Mutter, Schwiegermutter oder von der Oma. Was Besseres kann einem doch auch gar nicht passieren. 😉

    (Um nochmal kurz auf die XXL Binden zurückzukommen: Meinem Mann ist ja selten was unangenehm oder peinlich. Aber er hat mehrmals nachgefragt, ob ich denn wirklich genug Binden eingekauft habe. Ihn welche kaufen zu schicken, wäre nämlich die Höchststrafe, sagte er. 😉 Ich kann mir vorstellen, dass es deinem Mann evtl. ähnlich gehen würde…)

     

  2. Der sich ankündigende (oder auch völlig spontane, unangekündigte) Besuch von der Verwandtschaft, Freunden, Bekannten, Nachbarn…

    Kaum war der kleine Mann auf der Welt, wollten ihn natürlich auch alle kennenlernen. Die engsten Familienmitglieder und unsere besten Freunde haben uns bereits im Krankenhaus besucht, was auch in Ordnung war. Alle anderen mussten sich ein wenig gedulden. Wir wollten uns in Ruhe zu Hause einleben und nicht jeden Tag 5 Mann vor der Türe stehen haben. Deshalb habe ich auch direkt beim Beantworten der Glückwünsche zur Geburt dazu gesagt, dass wir uns melden, wenn wir bereit sind, um Besuch zu empfangen. Dass es dann keinen selbstgebackenen Kuchen gab und ich auch nicht wie die Gewinnerin eines Schönheitswettbewerbes aussah, versteht sich von selbst.

    Es ist enorm wichtig, seinem Körper die nötige Zeit zu geben, um die ganzen Veränderungen zu verarbeiten, sich ein wenig zu erholen und an die neue Situation zu gewöhnen. Und das kann – denke ich – auch jeder nachvollziehen. Also nimm dir die Zeit, die du brauchst und kommuniziere das auch. Der Besuch läuft dir ganz bestimmt nicht davon.

  3. JA sagen & Hilfe annehmen

    Die erste Hürde hast du mit der Geburt deines Kindes schon gemeistert. Und viele weitere werden noch folgen. Die Wochenenden und Feiertage sind ab sofort nicht mehr das, was sie mal waren. 😉 Zumindest für die nächsten Monate (und Jahre…). Deshalb ist es sehr wichtig, dass du Hilfe annimmst, wenn sie dir angeboten wird. Egal, ob euch jemand die Wäsche machen, euch bekochen, oder euch einfach nur ein bisschen Ruhe gönnen will, in dem er z.B. mit dem Baby spazieren geht: Das ist doch super!

    Scheue dich nicht, diese Unterstützung zuzulassen. Denn bis du selbst auf die Idee kommst, jemanden um Hilfe zu bitten, dauert es höchstwahrscheinlich so lange, dass das Schlimmste sowieso schon wieder überstanden ist. Vielleicht ist es dir auch einfach unangenehm zuzugeben, dass du dich evtl. gerade ein wenig überfordert mit allem fühlst?

    Aber wenn wir mal ehrlich sind, wissen wir doch, dass es vielen (oder allen?) frischgebackenen Mamas ähnlich geht. Außerdem wird dir niemand seine Hilfe anbieten, der das nicht gerne tut. Insofern ist es doch eine win-win Situation für beide Seiten. Du erhältst Unterstützung und kannst gleichzeitig noch jemandem eine Freude damit machen. Perfekt.

Mein persönlicher Rückblick auf die Zeit im Wochenbett

Wie läuft der erste Tag zu Hause ab? Wie werde ich mich fühlen? Habe ich noch Schmerzen? Komm ich mit meiner neuen Rolle als Mama zurecht? Diese und noch gefühlte 100 weitere Fragen gingen mir während der Schwangerschaft und kurz nach der Geburt im Krankenhaus durch den Kopf. Die Vorfreude auf die Entlassung war riesengroß und ich konnte es kaum erwarten, endlich wieder in unserer gewohnten Umgebung anzukommen.

Mittlerweile liegt die Geburt meines Sohnes schon mehr als ein Jahr zurück. Die erste Zeit zu Hause war wirklich wunderschön, aber alles andere als einfach. Ich hatte das Glück, dass mein Mann die ersten beiden Monate zu Hause bleiben konnte und mir in allen Dingen eine große Hilfe war. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das alles ohne ihn hätte schaffen sollen. Durch den (ungeplanten) Kaiserschnitt hatte ich einige Zeit nach der Geburt ziemliche Schmerzen und konnte weder lange laufen, noch aufrecht stehen. Das belastete mich teilweise schon extrem, denn ich konnte mich nicht so um mein Kind kümmern, wie ich mir das vorgestellt hatte. Allerdings wurden die Schmerzen täglich weniger und ich konnte mich schnell in meine neue Rolle als Mama einfinden.

Sicherlich dauert es seine Zeit, bis man eine gewisse Routine entwickelt hat. Ich konnte es anfangs selbst nicht glauben, aber man wächst wirklich an seinen Aufgaben. Dinge, die vor der Geburt noch totale Panik auslösten, erscheinen einem plötzlich ganz logisch und lassen sich ganz selbstverständlich umsetzen, Du musst nicht hellsehen können, denn dein Baby wird dir ganz genau zeigen, was es braucht. Bauchweh, Hunger, müde? Schon nach kurzer Zeit wirst du die Schreie, das Glucksen oder Weinen richtig deuten können. Versprochen.

Ich hoffe, meine 3 Tipps konnten dir etwas weiterhelfen und du kannst die kommende Zeit so richtig entspannt genießen.

 

 

 

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